Unser Direktkandidat unterwegs in Barmstedt

Bei seiner Tour durch den Kreis besuchte der Bundestagskandidat der Grünen, Jens Herrndorff, den Ahornhof in Groß Offenseth-Aspern und den Pflegedienst Mobile Häusliche Pflege (MHP) in Barmstedt.

Wie viele andere Unternehmen mit sozialen Schwerpunkten berichten auch die Leitungen dieser beiden Einrichtungen darüber, dass die Corona-Pandemie die Lage der Menschen mit schweren Erkrankungen und Unterstützungsbedarf stark belastet hat.

So erfuhr Herrndorff von Catrin Hoppe, Leiterin des Therapiezentrums Ahornhof, dass die Aufnahme für Suchterkrankte in ihre Einrichtung häufig dadurch erschwert wird, dass der längerfristige Aufenthalt für sozial geförderte Klienten nur dann möglich ist, wenn diese mit dem Einzug in das Therapiezentrum ihre bisherige Wohnung kündigen. „In Zeiten der Wohnungsnot verzichten viele Menschen daher leider auf die dringend nötige Therapie, weil sie eine anschließende Wohnungslosigkeit fürchten. Die Prognosen geben zudem Anlass zur Sorge, dass die Zahl der Alkoholabhängigen in der Zeit der Pandemie angestiegen ist. Zudem konnten wir wegen der Infektionslage für zwei Monate leider keine neuen Klienten aufnehmen“, führt Hoppe aus. „Positiv ist allerdings, dass wir während des Lockdowns weniger Rückfälle zu verzeichnen hatten, da unsere Klienten zum einen das geschützte Umfeld hier auf dem Ahornhof zu schätzen wussten und zum anderen der Zugang zu den Suchtmitteln pandemiebedingt erschwert war.“

 

Als Grüne stehen für uns Prävention und effektive Hilfe im Vordergrund der Drogen- und Suchtpolitik. Dazu gehört auch eine bessere Vermittlung Betroffener in ambulante oder stationäre Therapie.

„Die Schutzfunktion, die ein Therapiezentrum wie der Ahornhof nicht nur in Pandemiezeiten für die hilfebedürftigen Menschen bietet, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist ein großer sozialer und gesellschaftlicher Gewinn, dass wir eine solche Einrichtung in unserer Region haben. Menschen mit Suchterkrankungen brauchen Hilfe und Unterstützung, die hier professionell und mit Hingabe geleistet wird. Als Grüne stehen für uns Prävention und effektive Hilfe im Vordergrund der Drogen- und Suchtpolitik. Dazu gehört auch eine bessere Vermittlung Betroffener in ambulante oder stationäre Therapie“, betont Herrndorff.

Ahornhof
Catrin Hoppe ,(Ahornhof) und Jens Herrndorff

 

MhP Steinhauer

Christa und Mike Steinhauer (MHP) und Jens Herrndorff (Fotos privat)

Das Leitungs-Duo der MHP, Christa und Mike Steinhauer, berichten dem Politiker der Grünen von ihren großen Sorgen im Hinblick auf ihren Personalbedarf. „Trotz intensiver Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung können bei uns leider nicht alle Stellen besetzt werden“, sagt Christa Steinhauer. „Wir wissen auch nicht mehr, wo wir noch ansetzen sollen. Der Arbeitskräftemangel ist in allen Bereichen der Pflege ein riesiges Problem“, ergänzt sie.

„Der demographische Wandel macht sich mehr und mehr bemerkbar. Als unser Unternehmen 1994 gegründet wurde, mussten wir praktisch um Patienten ‚kämpfen‘, heute stehen Menschen auf unserer Warteliste, da wir sie aufgrund des Personalmangels nicht versorgen können“, ergänzt Mike Steinhauer. „Die Jobs in der Pflege haben allgemein leider ein schlechtes Image, obwohl wir alles versuchen, um da gegenzusteuern. Wir bieten Pflegefachkräften und Azubis eine attraktive Bezahlung und haben ein tolles Betriebsklima“, so Steinhauer weiter.

Als solidarische Gesellschaft müssen wir die Schwächsten stets im Blick behalten. Niemand in diesem Land soll Angst davor haben müssen, nicht ausreichend abgesichert zu sein.

„Pflegebedürftige Menschen haben die bestmögliche Betreuung verdient. Dafür braucht es überall auf den individuellen Bedarf angepasste pflegerische Angebote. Gerade ambulante Wohn- und Pflegeformen wollen wir deshalb ausbauen und uns für eine Stärkung der Attraktivität des Pflegeberufs einsetzen. Wir brauchen dringend eine generelle gesellschaftliche Neubewertung der Care-Berufe, damit diese wertvolle Arbeit endlich ausreichend anerkennt wird“, fordert Herrndorff.

„Als solidarische Gesellschaft müssen wir die Schwächsten stets im Blick behalten. Dafür sind Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen gefordert. Niemand in diesem Land soll Angst davor haben müssen, nicht ausreichend abgesichert zu sein. Dafür setzen wir uns ein“, so Herrndorffs abschließendes Fazit.